Die ehrgeizige „Couch-Potato“

Dem Fernsehpublikum ist Eser Ari-Akbaba bereits wohl bekannt, moderiert sie doch regelmäßig das Wetter in ORF eins. Derzeit präsentiert sich die quirlige Wienerin in „Dancing Stars“ abseits der Wetterkarte, und verrät im Interview, warum sie sich die stundenlangen Trainingseinheiten antut, obwohl sie eigentlich total unsportlich ist.

Schnellen Schrittes tanzt Wettermoderatorin Eser Ari-Akbaba zum Interview an. Mit ihren goldblonden Locken sticht sie schon von Weitem ins Auge und strotzt vor Energie, trotz gerade absolvierten Trainings mit Profitänzer Danilo Campisi. Dabei behauptet die quirlige 37-Jährige von sich, eigentlich eine „Couchpotato“ zu sein.

Zum Ehrgeiz erzogen

Trotz ihrer Unsportlichkeit hat sie sich aber nicht gänzlich unvorbereitet in die „Dancing Stars"-Proben gestürzt, sondern ihr Springseil wieder aus dem Keller geholt und ihren sportlichen Ehemann dazu verdonnert, ihr Dehnungsübungen zu zeigen. „Ich würde lügen, wenn ich sage, ich möchte nicht gewinnen. Wenn ich keinen Ehrgeiz hätte, wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin.“

Dancing Stars-Kandidatin Eser Ari-Akbaba

ORF.at/Sonia Neufeld

Moderatorin Eser Ari-Akbaba ist eine „Couch-Potato“, aber ehrgeizig

Esers Strebsamkeit kommt nicht von ungefähr: Ihre Eltern kamen 1973 als Gastarbeiter von der Türkei nach Österreich und legten Wert darauf, dass ihre Kinder - Eser ist die jüngste Tochter von sechs Geschwistern - die Aufstiegschancen nutzten, die sich ihnen in der neuen Heimat boten. „Vor allem meine Mutter, denn sie ist ja selbst Analphabetin, weil sie damals im Dorf nicht in die Schule gehen durfte.“

„Ich bin keine Migrantin!“

Esers Mutter stammt aus Ostanatolien, wo Zazaisch gesprochen wird. Türkisch, die Muttersprache ihres Mannes, lernte sie erst nach der Hochzeit. „Meine Mutter hat zuhause immer Türkisch und Zazaisch vermischt, und kann kein perfektes Türkisch. Somit haben wir es auch nie wirklich gelernt.“ Eser sprach hingegen schon als Kind in erster Linie Deutsch, was sie im Kindergarten lernte. „Mit meinen Geschwistern habe ich immer Deutsch gesprochen. Türkisch war so nebenbei.“

Dancing Stars-Kandidatin Eser Ari-Akbaba

ORF.at/Sonia Neufeld

Wien ist ihre Heimat, die Türkei kennt Eser nur von jährlichen Besuchen

Heute ist sie der Meinung, es wäre besser gewesen, statt Deutsch zuerst die Muttersprachen ihrer Eltern zu lernen, denn Zazaisch versteht sie zwar, spricht es aber kaum. Ihr Türkisch hat sie vor allem dank ihres Ehemannes Serkan perfektioniert, der - genau wie sie - türkische Wurzeln hat. Eines will die Moderatorin, die als Paradebeispiel gelungener Integration gilt, klarstellen: „Ich bin keine Migrantin! Ja, ich habe einen Migrationshintergrund, aber ich bin Wienerin. Ich kenne die Türkei nur als Urlaubsland.“

Spieglein, Spieglein an der Wand

Versetzt sich die 37-Jährige gedanklich in ihre Kindheit in Wien-Simmering zurück, erkenne sie frühe Vorboten ihres beruflichen Werdegangs. „Ich war immer vor dem Spiegel, immer. Ich hab‘ irgendetwas in die Hand genommen und gesprochen. Ich weiß nur nicht mehr, was.“ Heute träumt die Wettermoderatorin von einer eigenen Sendung. Obwohl sie neben Publizistik noch Politikwissenschaft und Ethnologie studiert hat, wolle sie aber nicht als Politjournalistin arbeiten. „Ich glaube, dass ich ein Entertainer-Typ bin und das sagen auch viele. Ich gehöre in die Unterhaltung.“ Das Angebot, die „Zeit im Bild“ zu moderieren, würde Eser aber dennoch nicht ablehnen, gibt sie augenzwinkernd zu.

Dancing Stars-Kandidatin Eser Ari-Akbaba

ORF.at/Sonia Neufeld

„Man sieht mich bei ‚Dancing Stars‘ von einer ganz anderen Seite“

„Dancing Stars“ sieht sie als gute Gelegenheit, sich dem österreichischen Fernsehpublikum auch einmal abseits der Wetterkarte zu präsentieren: „Von einer Minute Wettermoderation kennen mich die Leute nicht, da kann ich nicht sehr viel hergeben.“ Und für potenzielle zukünftige Enkelkinder wolle sie schließlich Geschichten parat haben, die sie ihnen erzählen könne, „und was gibt es da Besseres, als bei ‚Dancing Stars‘ mitgemacht zu haben? Es ist immerhin die meist gesehene Sendung im Land.“

„Ich entdecke plötzlich Farben“

Das stundenlange Training scheint Eser - trotz gebrochener zehnter Rippe - jedenfalls kaum etwas auszumachen, zeige aber bereits Wirkung. „Ich hab‘ plötzlich eine urtolle Haltung!“ Entgegen allen Erwartungen habe sie auch Gefallen an den knalligen Farben der Kostüme gefunden, „voll geil“ fände sie diese mittlerweile. „Ich ziehe immer eher dunkle Sachen an, bin eigentlich ein graues Mäuschen - bis auf die Haare. Und jetzt entdecke ich plötzlich Farben.“ Um ihre Figur muss sich die Moderatorin übrigens keine Sorgen machen, dank guter Gene, wie sie meint: „Danke, Mami“, sagt Eser lächelnd und beißt genüsslich in einen Post-Trainings-Punschkrapfen.

Maresa Mayer, dancingstars.ORF.at

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