Einfühlsames Enfant terrible mit gutem Geschmack

Mit einem Irokesenschnitt und übergroßen Schulterpolstern war er in den 1970er Jahren der jüngste und schillerndste Tanzprofi Deutschlands. Heute trainiert Dirk Heidemann Weltmeister und sorgt mit seinem unkonventionellen Auftreten in TV-Shows vor und hinter der Kamera für Aufsehen. Als neuer Juror bei „Dancing Stars“ legt er besonderen Wert auf Disziplin und Ehrgeiz der Kandidaten.

Schon bei seinem ersten Auftritt im goldenen Sakko machte Heidemann seinem Ruf als Paradiesvogel alle Ehre. Bei der Beurteilung der Kandidaten gab sich der internationale Wertungsrichter und Tanzsporttrainer allerdings noch gemäßigt und betonte zunächst meist die positiven Aspekte der Darbietungen.

Dirk Heidemann

ORF

Heidemanns Resümée nach der ersten Show: „Talent sind 20 Prozent, der Rest ist Fleiß. Insofern hoffe ich auf ein ehrgeiziges Miteinander.“

Anders als Jury-Kollege Balázs Ekker, der mit seiner harschen Kritik an Norbert Schneiders und Volker Piesczeks Auftritten für Kopfschütteln und Empörung im Publikum sorgte. Heidemann dazu im Gespräch mit dancingstars.ORF.at: „So hart fand ich die Kritik nun auch wieder nicht. Balázs hat das Bedürfnis, immer etwas gegen den Strom zu schwimmen, ob es nun nötig ist oder nicht. Ich mag ihn gern! Diese Jury ist fachlich sehr hochkarätig besetzt, jeder muss sorgfältig überlegen und kommentieren. Generell nur schimpfen, reicht auf jeden Fall nicht aus.“

„Einfühlsam und kreativ“ als Trainer

Fachlich kompetent ist Heidemann allemal, er weiß durch seine langjährige Arbeit als Tanztrainer allerdings auch, wie wichtig der psychologische Aspekt im Unterricht ist. „Gerade bei den Top-Tänzern, die in puncto Technik alles wissen, muss man in erster Linie Psychologe sein. Da bin ich sehr einfühlsam und kreativ.“ Sein Konzept als Lehrer scheint aufzugehen, nicht umsonst führte er schon einige Tanzpaare zum Europameister- bzw. Weltmeistertitel.

Dirk Heidemann

ORF.at/Maresa Mayer

„Als Trainer muss man auch Psychologe sein“

Der Deutsche, der bereits im Alter von neun Jahren erstmals eine Tanzschule besucht hat und mit 17 der jüngste Tanzprofi Deutschlands war, blickt schmunzelnd auf seine Jugend zurück: „Damals galt ich immer als Enfant terrible, weil alles noch viel konservativer war als heute. Ich war - nennen wir es mal so - ein innovativer Typ.“ Mit Irokesenschnitt und Schulterpolstern hob er sich schon damals von der Masse ab, womit er sich in der Turniertanz-Branche nicht nur Freunde machte.

„Viele waren mir gegenüber feindlich gesinnt und dann hab ich aufgehört, weil ich keinen Bock mehr hatte, ständig runter gewertet zu werden.“ Also arbeitete er in New York, London und Hamburg als Model und studierte Mode, aber das Tanzen hat ihn nie losgelassen. Er machte seine Tanzsportausbildung weiter und führte schließlich als Verbandstrainer des Deutschen Tanzsportverbandes drei Paare zur Weltmeisterschaft.

Dirk Heidemann kommt die Dancing-Stars-Treppe runter

ORF

Heidemann liebt den Auftritt im Rampenlicht

„‚Dancing Stars‘ habe ich mir verdient“

Seinen Einsatz als Juror in „Dancing Stars“ sieht Heidemann als neue Herausforderung, die ihm sichtlich Spaß macht: „Ich habe im Hintergrund zwar schon an anderen TV-Shows mitgewirkt, aber jetzt mal im bunten Sakko die Treppe runter zu kommen und hier zu sitzen ... ich finde, das habe ich mir verdient.“ Er werde als Juror sicher nicht verletzend sein, aber eine ausreichende Portion Sarkasmus bringe er schon mit, sagt der 55-Jährige. Von den Teilnehmern erwartet er vor allem Disziplin, Ehrgeiz und “guten Geschmack”: „Ich mag es nicht, wenn etwas ordinär aussieht. Wenn es geschmacklos wird und in die billige Richtung abgleitet, dann sag ich schon mal: Ganz schlechtes Horoskop, meine Lieben.“

Sonia Neufeld, dancingstars.ORF.at

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