Riem und Mitko im Partnerinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

„Wir sind ein tolles Team“

Sie selbst war die Letzte, die zu Beginn von „Dancing Stars“ daran geglaubt hätte, so weit in der Show zu kommen. Aber auch die Medien, Wettbüros und sogar ihre Freunde haben Riem Higazi nicht zugetraut, sich vom unsicheren Entlein zum eleganten Schwan zu verwandeln. Riem selbst kann es noch kaum glauben: „Es ist ein großes Glück“, sagt sie strahlend im Interview kurz vor dem Halbfinale.

dancingstars.ORF.at: Wie geht es euch denn so im Endspurt?

Riem: Es ist sehr aufregend für mich. Am Anfang haben die wenigsten geglaubt, dass ich besonders gute Chancen hätte. Und jetzt schau mich an, Baby!

dancingstars.ORF.at: Denkst du schon an den Einzug ins Finale?

Riem: Es wird mir jetzt immer wieder die Frage gestellt: Riem, glaubst du, dass du gewinnen kannst? Meine Antwort: Ich hab’ schon gewonnen. Erstens hab’ ich es durchgezogen. Zweitens hab’ ich schon eine Trophäe, den Mitko.

Riem und Mitko beim Paarinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

Riem fühlt sich jetzt schon wie eine Siegerin, weil sie Mitko „gewonnen“ hat

dancingstars.ORF.at: Mitko, wie war dein erster Eindruck von Riem und wie hat sich eure Beziehung entwickelt?

Mitko: Ich hab’ mich sehr gefreut, als ich Riem als Tanzpartnerin zugeteilt bekommen habe. Nach den ersten Stunden im Tanzsaal habe ich gewusst, dass ich mich mit ihr einfach super verstehen werde. Das macht das Ganze viel lustiger, als wenn man nur als Lehrer da sein muss. Es ist eine Freundschaft entstanden und das ist toll.

dancingstars.ORF.at: Was sind Mitkos Stärken?

Riem: Der Mitko ist einfach ein feiner Mensch. Er ist korrekt, barmherzig und gut erzogen. Er hat gute Manieren. Das würde er selbst niemals über sich sagen, weil er eben gute Manieren hat. Seine Stärken sind seine Geduld, sein Humor, sein Fokus. Manchmal, wenn ich müde bin oder nicht mehr kann oder will, versuche ich, vom Training abzulenken. Aber er bleibt immer bei der Sache, das kann er ganz toll. Und er betreut mich psychisch. In der Dynamik sollte ich die Erwachsene sein und er das Kind (Dimitar ist 22, Riem 47, Anm.), aber bei uns ist es oft - wenn nicht sogar immer - andersrum.

Mitko: Außer im Privatleben. Da ist es eher umgekehrt.

Riem: Ich schau dann halt, dass wir ein Mädchen für den Mitko finden, oder dass er was Gescheites zum Essen hat.

Mitko: Das gelingt ganz gut.

dancingstars.ORF.at: Das Mädchen oder das Essen?

Mitko: Das Essen. Das Mädchen wird irgendwann mal kommen. Das hat im Moment keine Priorität.

dancingstars.ORF.at: Wo liegen Riems Stärken?

Riem (lacht): In der Hüfte.

Mitko: Ihr Humor auf jeden Fall. Ohne den würde ich wahrscheinlich auch nicht überleben können. Und ihre Emotionen in den verschiedensten Situationen. Egal, ob es um Wut, Trauer oder um Freude geht, sie ist immer sie selbst. Es ist nie gekünstelt, man weiß immer, woran man bei ihr ist. Und sie hat mir immer ein ehrliches Feedback gegeben. Das ist für einen Lehrer das Wichtigste, weil ein Lernprozess findet nur statt, wenn es auch ein Feedback gibt. Das funktioniert nicht nur einseitig.

Riem und Mitko beim Paarinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

Ja, ja ... der Humor!

Riem: Teamgeist ist ein starkes Thema bei uns und ich glaube, das ist der Grund, warum wir so weit gekommen sind, weil wir einfach ein tolles Team sind.

dancingstars.ORF.at: Riem, wie geht es dir jetzt mit deinen anfänglichen Unsicherheiten?

Riem: Mittlerweile ist mir das wurscht. Wenn man sich schon mal selber vor laufender Kamera an den Popo gegrapscht hat … Ich hab’ besonders beim Cha-Cha-Cha ein paar schwere Fehler gemacht und ich glaube, das ist auch irgendwo wichtig für den Lernprozess und mitverantwortlich dafür, wie ich mich jetzt fühle. Weil schlimmer als das kann’s nicht werden, da bin ich auch durch.

dancingstars.ORF.at: Wie fühlt es sich an, selbstbewusster zu sein?

Riem: Es hat mein Leben verändert. Es fühlt sich super an. Ich bin glücklich in meiner Haut.

Mitko: Ich glaube, das sieht man auch. Viele Leute, mit denen ich geredet habe, sagen, dass Riem jetzt einfach ein anderer Mensch ist. Es ist nicht nur das Aussehen, es ist die Ausstrahlung.

Riem: Gerade Frauen - egal, in welcher Figur sie stecken - werden in unserer Gesellschaft fast dazu gezwungen, immer irgendetwas zu suchen, was nicht in Ordnung ist an ihnen. Ich habe dieses Bedürfnis jetzt nicht mehr, sondern – so kitschig es klingt – ich sehe das, was in Ordnung ist. Da hat sich ein Schalter umgelegt.

Riem und Mitko beim Paarinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

Riem fühlt sich wohl in ihrer Haut

dancingstars.ORF.at: Wodurch passiert das?

Riem: Allein dadurch, dass ich das Ganze durchgezogen habe. Und natürlich ist es ein Segen und ein wahnsinnig toller Zufall des Lebens, dass mir endlich was Gutes passiert ist mit dem Mitko. Ich hab’s echt verdient, weil ich habe lange nur Scheiße gehabt.

dancingstars.ORF.at: Hättest du dir so ein positives Feedback vom Publikum erwartet?

Riem: Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. It’s wonderful, it’s unbelievable. Jung, alt, Männer, Frauen – wir kommen gut an. Und das ist, weil wir wir sind. Leute aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, aus den verschiedensten politischen Richtungen mögen uns, nicht nur das übliche FM4-Publikum, Grüne, Linksliberale. Da denk’ ich mir: Leiwand, das Tanzen ist ein roter Faden, der verbindet, das ist wirklich cool. Weißt du was? Österreich ist cool.

Mitko: Ich glaube, ohne Tanzen funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Es hat immer Tanz gegeben, das hat die Leute miteinander verbunden und hat sie auch glücklich gemacht.

Riem: Music and dance.

dancingstars.ORF.at: Du hast gesagt, du bist jetzt sogar glücklicher als da, wo du zum ersten Mal verliebt warst …

Riem: Als ich zum ersten Mal richtig verliebt war, war ich Anfang zwanzig. Im Unterschied zu damals weiß ich jetzt, dass dieses Glück, das ich jetzt habe, nachhaltig und anhaltend ist, weil es etwas ist, das ich mir selbst erschaffen habe. Ich habe den Schritt gewagt und ich bin diejenige, die ich brauche. Ich brauche niemand anderen, um glücklich zu sein.

Mitko: Da sieht man wieder, was für eine starke Persönlichkeit du bist.

Riem und Mitko beim Paarinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

Diese beiden sind Freunde fürs Leben

dancingstars.ORF.at: Mitko, wie geht’s bei dir weiter, wenn die Sendung vorbei ist?

Mitko: Ich unterrichte weiter in der Tanzschule Kraml. Ich habe Prüfungen für die Tanzlehrerausbildung, die vor der Tür stehen, dann kommt vielleicht ein Filmdreh und irgendwann im Sommer werde ich meine Familie und Freunde in Bulgarien besuchen. Ich werde wandern gehen, weil ich das liebe, und ein bisschen am Meer sein. Aber ich bin super zufrieden im Moment. Auch dass ich so weit gekommen bin, damit habe ich nicht gerechnet, um ehrlich zu sein. Nicht wegen Riem, sondern weil ich Angst hatte vor den vielen Choreos, weil man so unter Zeitdruck steht. Ich habe einige Nächte auch nicht geschlafen, weil ich nicht sicher war, wie ich das anpacken soll und wie ich uns am besten als Team ausschauen lasse.

dancingstars.ORF.at: Was werdet ihr am meisten vermissen?

Riem: Alles. Und ich werde auf jeden Fall weiter tanzen. Ich freu’ mich nicht, wenn es vorbei ist. Weil dann muss ich wieder im Büro sitzen und jeden Tag einen Beitrag über Donald Trump schreiben. Da ist mir sogar der Quickstep lieber. Viel lieber.

Das Gespräch führte Sonia Neufeld, dancingstars.ORF.at

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