Zwei wie Pech und Schwefel

Ski-Ass Niki Hosp und Willi Gabalier verblüffen bei ihren Tänzen mit Hebefiguren und akrobatischen Einlagen. Während die Jury die Auftritte abstraft, wird das Paar von den Zusehern Woche für Woche weiter gevotet. Im Interview sprechen die beiden über unterschätzte Leistungen, das Einbringen persönlicher Stärken sowie über Mut zu Neuem und erklären, warum sie ihrem Stil treu bleiben und mit der Kritik der Jury wenig anzufangen wissen.

Sie habe sich im Vorfeld nicht extrem viele Gedanken über „Dancing Stars“ gemacht, habe sich nicht auf etwas versteift, weil sie wisse, „dass sowieso immer alles anders kommt, als man denkt“, lacht Niki. „Ich bin an das Ganze eher offen herangegangen. Es ist eine sehr intensive Zeit, es ist sehr viel Training, auch viel für den Kopf, weil man oft am Denken ist“, erklärt die Tirolerin. Auch Studioproben und der Auftritt im Ballroom würden fordern, vor allem mental. Körperlich habe sie keine Probleme, obwohl das Training schon intensiv sei, aber „das bin ich ja gewohnt“, erklärt das Ski-Ass.

Niki Hosp und Willi Gabalier

ORF.at/Gregor Tatschl

Nikis Leistung wird zu wenig honoriert, findet Willi

Immer wieder neue Schrittfolgen, neue Tänze und Bewegungen zu lernen, sei die Herausforderung. „Man lernt ja etwas ganz Neues - von Grund auf.“ Das sei schon extrem und würde von den meisten Menschen völlig unterschätzt. „Die Leute glauben immer, o.k., da übt man halt Donnerstag und Freitag ein bissl und Freitagnacht ist dann die Show, aber so funktioniert das nicht.“

Die Leistung wird zu wenig honoriert

Manche Teilnehmer hätten eine gewisse Vorbildung, weil sie auch sonst auf der Bühne stehen, vielleicht nicht mit Tanzen, aber mit anderen Dingen. Da habe man dann ein ganz anderes Körpergefühl und wisse, wie man sich gut präsentiere, weiß Willi. „Die Niki hat sich auf den Pisten nicht präsentieren, sondern sie hat es überleben müssen“, fährt der Profi fort. Beim Tanzen seien andere Dinge gefragt und man habe - wie bereits erwähnt - wirklich bei null anfangen. „Und das ist halt die große Leistung, die eigentlich viel zu wenig honoriert wird, von Leuten, die wirklich damit noch nie etwas zu tun gehabt haben. Und das tut mir ein bisschen leid, dass das nicht ganz so gezeigt wird.“

Persönlichkeit gibt dem Ganzen Farbe

Umso größer sei die Freude, dass Niki die Dinge immer so gemeistert habe und sie große Showmomente erleben durften. Da gehe es ihm persönlich gar nicht darum, ob das technisch perfekt gewesen sei oder nicht. Man wolle ein Endprodukt zeigen und das müsse funktionieren. „Und das zeigt jeder, wie er kann. So wie ein älterer Teilnehmer das in seinem Rahmen zeigen kann, oder jemand, der vielleicht stärker ist, auf eine andere Art und Weise. Und jemand, der das kraftvoller angeht, macht das auf seine Art. Es ist wichtig, dass es auch bei jedem anders sein darf“, so Willi. „Dancing Stars“ sei schließlich keine Show, wo für eine Formation gecastet werde, in der man zehn gertenschlanke Damen in einer Reihe tanzen sehen wolle. „Es darf Persönlichkeit dabei sein, muss es auch, das gibt dem Ganzen dann seine Farbe.“

Niki Hosp und Willi Gabalier

ORF.at/Gregor Tatschl

Die beiden ziehen an einem Strang

Und Niki habe halt einfach Kraft. So wie sie physisch Kraft besitze, habe sie auch Kraft im Herzen für die Sache. Das habe es für Willi so schön gemacht, weil dadurch ganz besondere Trainingsmomente entstanden wären. "Das kriegen die Leute draußen nicht so mit. Wir haben uns auch immer sehr viel Kritik anhören müssen. Für uns waren die starken Momente im Training oft ein Highlight, wo man sagt: ‚Wow, jetzt haben wir das gepackt, das hätten wir uns nicht gedacht’. Sie hätten beide immer an einem Strang gezogen und daher habe es funktioniert. Niki sei einfach immer mit von der Partie gewesen, habe nie gejammert und nie gesagt: „Das mag ich nicht, das trau’ ich mich nicht, das schaut blöd aus“, und das zeichne sie aus.

Persönlicher Touch wichtig

Neues auszuprobieren, sei sie vom Spitzensport gewohnt, erklärt Niki, auch dass man auf die Schnauze fallen könne und manchmal viel über sich ergehen lassen müsse. Aber mit Willi habe sie Spaß gehabt. „Ich habe das ja auch gemacht, damit ich mich auf einer anderen Ebene weiterentwickeln kann und das war eine super Möglichkeit.“ Sie findet es wichtig, einen persönlichen Touch in den Tanz zu bringen: „Ich komme halt von einer Sportart, die sehr viel Kraft und sehr viel Härte erfordert hat und warum soll man da nicht auch im Tanzen Hebefiguren miteinbauen?“

Niki und Will beim Paarinterview

ORF.at/Gregor Tatschl

„Man muss auf der Bühne seine Frau stehen und sich präsentieren“

Was sich Niki auf persönlicher Ebene von „Dancing Stars“ mitnehme, haben wir gefragt. „Ich glaub’ schon, dass ich mich ein bissl offener zeigen kann“, freut sie sich. Beim Skifahren sei es egal gewesen, wie man dreingeschaut oder sich gegeben habe. „Jetzt gehört halt so viel mehr dazu. Man muss sich auf die Bühne stellen, seine Frau stehen und sich auch dementsprechend präsentieren.“ Sie habe es noch nicht ganz so geschafft zu machen, wie sie es sich gewünscht hätte, aber einiges sei weiter gegangen. „Das ist auch schon viel wert, finde ich.“ Für sie ist es nicht Alltag, auf der Bühne zu stehen, daher sei es auch nach Wochen jedes Mal am Freitag wieder Neuland, das sie betrete.

Ohne Jury, ja

Niki und Willi haben ihr Bestes gegeben - Woche für Woche. „Das, was wir hart trainiert haben, hat dann auch funktioniert“, so Willi. Ob das der Jury dann gefalle oder nicht, sei für ihn als Profitänzer dann gar nicht so wichtig. „Ich will zeigen, dass Niki das, was wir trainiert haben, auch aufs Parkett bringen kann. Und das hat sie einfach immer bravourös gemeistert.“ Auch das Feedback von Fans und Zusehern sei zu 95% Prozent positiv. „Dass wir immer weiter kommen - trotz der schlechten Jurybewertung - ist auch ein Beweis dafür, dass die Außenstehenden das sehr wohl wahrnehmen.“ Eine letzte Frage haben wir noch an Niki. Würde sie mit den Erfahrungen von heute noch einmal bei „Dancing Stars“ mitmachen? „Ohne Jury, ja. Mit Jury, nein“, antwortet das Ski-Ass lachend.

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