Karina Sarkissova im Interview

ORF.at/Gregor Tatschl

Primaballerina zwischen Pyjama und Abendkleid

Bereits mit vier Jahren hat sie davon geträumt, Primaballerina zu werden. Heute ist Karina Sarkissova das Aushängeschild des ungarischen Staatsballetts und Jurorin bei „Dancing Stars“. Für ihre direkte Art und die Skandale, die ihren Weg säumen, wurde sie vielfach kritisiert, im Gespräch mit dancingstars.ORF.at gibt sie kurz vor dem Finale Einblicke in ihr bewegtes Leben.

Ganz seriös mit Pagenkopf und schwarzem Hosenanzug erscheint Karina Sarkissova zum Interview. Soviel ist klar: Einen Busenblitzer wird es während dieses Gesprächs nicht geben. Sie ist ein wenig außer Atem, weil die Rolle als Jurorin bei „Dancing Stars“ das Leben der alleinerziehenden Mutter noch komplizierter macht, als es ohnehin schon ist. Trotzdem kommt Sarkissova ins Schwärmen, wenn sie über die Tanzshow spricht: „‚Dancing Stars‘ ist die schönste und aufregendste Unterhaltungsshow Österreichs. Sehr viele warten das ganze Jahr über darauf und wenn es läuft, ist es irgendwie eine magische Zeit. Sogar die, die nicht zuschauen, reden trotzdem darüber. Die Kleider, das Glitzern, das schöne Licht - das ist für mich wie ein Fest.“

„Ich mache nur meinen Job“

Für ihre markanten Sprüche in der Show musste sich die Jurorin allerdings schon einiges an Kritik gefallen lassen. Nachdem sie Kandidat Otto Retzer ins Sanatorium schicken wollte, brach gar ein Shitstorm in den sozialen Medien los. Doch die gebürtige Russin sieht das gelassen: "Es ist sehr einfach: Ich bin ehrlich und mache nur meinen Job. Ich wurde hierher geholt und auf diesen Platz gesetzt, um die Kandidaten kompetent und mit professionellen Korrekturen zu beurteilen. Wenn ich was Schlechtes sehe, kann ich das nicht ignorieren. Klar, es ist nicht das Optimale, um sich beliebt zu machen.“

Karina Sarkissova im Interview

ORF.at/Gregor Tatschl

Sarkissova hat sich als Jurorin nicht nur Freunde gemacht

Es gebe in ihrem Leben schließlich so viel Wichtigeres als die Kommentare anderer, so Sarkissova. Und es sei doch eigentlich gar nichts Unschönes, weil die Menschen, die sie kritisierten, sich ja immerhin mit ihr beschäftigten. Man müsse sich ja erst mal die Zeit nehmen, um zu schreiben: „Blöde Russin, geh’ nach Hause.“

Heulend in der Garderobe

Zu Hause, das ist im Moment Budapest, wo die 33-Jährige mit ihrem jüngeren Sohn wohnt (der ältere lebt bei seinem Vater in Wien) und als erste Solotänzerin in der Nationaloper angestellt ist. Die wenigsten wissen, dass sie um sechs Uhr Früh aufstehe und für ihren Sohn Frühstück mache, erzählt Sarkissova. Danach stehen täglich bis zu acht Stunden Proben auf dem Programm und am Abend Vorstellung. „Manchmal laufe ich noch in der Pause nach Hause, um eine Suppe zu kochen.“

Der Tag mit „Dancing Stars“ sei der anstregendste der Woche, weil sie da zusätzlich mit dem Auto von Budapest nach Wien fahren müsse und gleich nach der Show wieder zurück. „Schließlich muss ich am Samstag um neun Uhr Früh wieder in der Oper in Budapest sein.“ Manchmal wird ihr das alles zu viel: „Einmal hatte ich hier im ORF-Zentrum einen Zusammenbruch, habe mich in die Garderobe gesetzt und einfach nur geweint.“

Karina Sarkissova im Interview

ORF.at/Gregor Tatschl

Wie heißen diese Schuhe nochmal? Ach ja, Sneakers.

Bei all dem Trubel sei es hilfreich, dass sie mittlerweile gelernt habe, wenigstens zu Hause zu entspannen. „Bis 27 waren Haare, Make-up und Styling das Wichtigste für mich. Ich hatte keine Jeans im Kleiderschrank und auch keine - wie heißt das nochmal - Sneakers.“ Jetzt habe sie verstanden, dass es nicht darum gehe, ob man Pyjama oder Abendkleid trage, und: „Am Sonntag zu Hause bei meiner Familie ziehe ich keine Highheels an.“

„Sex, Skandale und Unterhose“

Im Frühjahr 2010 erschienen Nacktfotos von Sarkissova, was zu ihrer Entlassung aus der Wiener Staatsoper geführt hat. Auch danach machte sie immer wieder durch ihr abenteuerliches Privatleben von sich reden. Auf die Frage, ob es sie nicht störe, dass sie eher durch ihre diversen Skandale als durch ihre tänzerischen Leistungen für Schlagzeilen sorge, antwortet sie: „Alles, was später als Skandal bezeichnet wurde, habe ich nie beabsichtigt. Wenn ich ein Interview gebe und tausendmal erzähle, was für eine tolle Primaballerina ich geworden bin und was meine Kinder machen, schreiben sie trotzdem ‚Sex, Skandale und Unterhose‘ als Titel. Sonst liest es vielleicht niemand. Das bin ich gewohnt, es gefällt mir nicht, aber ich kann das schwer ändern oder steuern.“

Der Vertrag auf Lebenszeit an der ungarischen Staatsoper bietet der Tänzerin Sicherheit, wie sie sagt. Doch über die Zeit nach ihrer aktiven Karriere denkt sie bereits nach: „Ich möchte wie jeder Künstler möglichst lange im Rampenlicht stehen. Schauspielerei wäre schön, aber bis jetzt hat man mir nur die Rolle von kriminellen Russinnen angeboten.“

Sonia Neufeld, dancingstars.ORF.at

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