Natalia und Dimitar

ORF

„Unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen“

Als ob sie von Anfang an ein „Dancing Stars“-Paar gewesen wären - Natalia Ushakova tanzt seit der Verletzung von Ex-Tanzpartner Stefan Herzog mit Dimitar „Mitko“ Stefanin, mit dem sie sich prächtig versteht und mehr als nur gemeinsame Kindheitserinnerungen teilt. Schon zum zweiten Mal hat Mitko der lebensfrohen Opernsängerin aus der Patsche geholfen. Und obwohl sich die beiden in drei Sprachen verständigen können, hat man oft das Gefühl, sie verstünden sich auch wortlos.

Natalia, wie klappt das Miteinander als „neues“ Paar?

Natalia: Für mich ist Mitko auf Russisch gesagt „palochka vyruchalochka“, ein Zauberstab, der immer zur Hilfe kommt. Da gab’s einmal eine schlimme Geschichte mit Hass im Netz. Ich war es nicht gewöhnt, dass mir jemand eine Hassnachricht schickt. Ich war sehr traurig und beim Gruppentanz ist Mitko sofort zu mir gelaufen und hat gefragt, was mit mir los sei. Ich hab’ ihm alles erzählt und geweint. Alle haben mich getröstet und Mitko hat gefragt, ob ich ihm die Nachricht zeige.

Es hat sich herausgestellt, dass es ein Fan von Mitko war, der mich ganz schlimm, quasi unter der Gürtellinie, beschimpft hat. Mitko hat ihm daraufhin geschrieben, dass wir uns versöhnen müssen. Er hat mich verteidigt. Ich war so dankbar, das werde ich nie vergessen. Und jetzt, als sich Stefan verletzt hat? Wer hat uns geholfen? Natürlich Mitko, wer sonst.

Natalia Ushakova und Dimitar Stefanin

ORF.at/Lukas Krummholz

Premiere für das Paar Natalia und Dimitar im Viertelfinale

Dimitar, wie siehst du das?

Dimitar: Es klappt großartig! Es ist sehr, sehr lustig, miteinander zu arbeiten. Wir haben coole Choreos zusammen entwickelt, Natalia merkt sich alles sehr schnell, sie ist sehr ehrgeizig. Wir haben auch eine eigene Sprache entwickelt. Ein Drittel Italienisch, ein Drittel Russisch, ein Drittel Deutsch, das ist lustig. Man muss sich wieder auf eine neue Person einstellen, aber es ist sehr interessant. Es macht Spaß, es ist auch sehr anstrengend und ermüdend, das ist aber normal und gehört zum Trainingsprozess dazu.

Natalia: „Ich glaube, er tanzt auch in seinen Träumen.“

Natalia: Mitko und ich haben viele Gemeinsamkeiten. Das russische und das bulgarische Volk sind sehr eng miteinander verbunden. Wir haben auch die gleiche Schrift, kyrillisch, Mitko spricht fantastisch Russisch und als Kinder haben wir sogar die gleichen Zeichentrickfilme gesehen, wie zum Beispiel „Nu Pogodi! Hase und Wolf“. Das verbindet uns.

Mitko ist Tanz für mich, er lebt den Tanz. Ich glaube, er tanzt auch in seinen Träumen. Wenn er schläft, tanzt er auch. Weil er seinen Beruf so sehr liebt, weil genau das seine Berufung ist.

Dimitar: So wie für dich das Singen ist, ist für mich das Tanzen. Singen ist ein Teil des Tanzens und Tanzen ist ein Teil des Singens. Beides ist eng miteinander verbunden. Es ist schön, zu erleben, dass zwei Kunstarten so viel gemeinsam haben.

Natalia: „Es ehrt mich, dass er mir das zutraut.“

Natalia: Mitko ist der beste Tänzer und ein fantastischer Lehrer. Er weiß so viel und er kann so viel. Er macht wunderschöne, schwierige Choreografien. Es ehrt mich total, dass er mir das zutraut.

Dimitar: Es gibt Leute, die seit zehn oder 20 Jahren tanzen, die haben ihre eigenen Vorstellungen, wie es auszusehen hat. Davon kommen sie auch nicht weg. Wenn man aber mit jemandem arbeitet, der nicht weiß, was richtig oder falsch ist, ist es viel leichter, denn man lässt sich eher auf das ein, was einem präsentiert wird. Natürlich sieht es nicht aus, als würden wir 20 Jahre zusammen tanzen, aber das Improvement, die Verbesserung, ist viel schneller als bei jemandem, der sich fachlich auskennt. Das ist, als würdest du einem kompletten Anfänger das Singen beibringen wollen. Er vertraut dir einfach, weil er keine Vorstellung davon hat. Dadurch nimmt er es schneller auf.

Natalia Ushakova und Dimitar Stefanin

ORF.at/Isabella Drechsler

Natalia sagt über Dimitar, er wäre der beste Tänzer und ein fantastischer Lehrer

Natalia, hättest du dir am Anfang der Staffel gedacht, dass du es ins Halbfinale schaffst?

Natalia: Nein, ich hätte es nie gedacht, aber ich habe es mir unglaublich gewünscht. Heute hat mir Mitko erzählt, dass er so gerne Streetdance getanzt hätte.

Dimitar: Ja, das war mein Wunsch heuer. Ich wollte von Anfang an Streetdance tanzen. Dann bin ich ausgeschieden und habe mich damit abgefunden. Und dann kam der Anruf, dass ich mit Natalia tanzen darf.

Natalia: Ja, sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen! Und meiner auch. Ich wollte tanzen und neue Tänze lernen und so lange wie möglich dabei sein. Also ist mein Wunsch wie auch der von Mitko in Erfüllung gegangen. Das haben wir auch gemeinsam.

Was sagt Stefan zu eurer Leistung am Freitag?

Natalia: Stefan hat uns unglaublich unterstützt. Wir haben für ihn getanzt, es war seine Choreografie. Stefan war total begeistert und meinte, dass es tänzerisch wirklich gut war, eine hohe Leistung und echt großartig. Ich habe mich so darüber gefreut.

Dimitar: „Wir sind zu dritt ein Team, das muss auch so bleiben.“

Dimitar: Er hat uns auch sehr geholfen, nachdem er sich verletzt hat. Stefan war am nächsten Tag um 9.00 Uhr im Trainingssaal und hat mir im Sitzen die Choreo beigebracht. Wir sind immer in Kontakt mit ihm. Er wird bei der Finalshow auf jeden Fall mit dabei sein, er wird zwar nicht tanzen können, aber gehen, das kann er schon. Wir sind zu dritt ein Team, das muss auch so bleiben.

Natalia: Und das sagen wir nicht, weil wir glauben, wir kommen ins Finale. Ins Finale kommen alle Paare, ob ausgeschieden oder nicht. Jedes Paar tanzt wieder, alle Paare werden wieder zusammen tanzen, das ist so schön.

Auf Instagram findet man fast ausschließlich Tanzvideos von dir, Dimitar. Nimmt Tanzen dein Leben komplett ein oder gibt es auch etwas anderes außer Tanzen?

Dimitar: Das sind meine Freunde, meine Familie, die haben immer höchste Priorität. Leute, die mich lieben und Leute, die ich liebe, sind für mich einfach das Wichtigste, was es gibt. Ich wünsche mir, dass ich bald wieder nach Hause fliegen kann, da es wegen Corona zur Zeit leider nicht möglich ist. Aber Tanzen, das sind so 90 Prozent meines Lebens, kann ich sagen.

Natalia: Ich glaube, es sind 99 Prozent.

Dimitar: Ja (beide lachen). Ich interessiere mich seit ein paar Jahren für Film und Regie. Ich würde gerne Regie studieren. Falls da draußen jemand einen Regieassistenten sucht oder eine Ausbildung anbieten kann, würde ich das gerne annehmen. Ich würde gerne in diese Welt eintauchen. Und Reisen macht mich wahnsinnig glücklich und auch das Essen liebe ich, genauso wie Natalia.

Natalia: Wir sind Gourmets. Bei uns wird immer gut gegessen.

Was ist der Unterschied zwischen Tanzen und Singen auf der Bühne?

Natalia: Ich habe mein ganzes Leben gesungen. Ich beherrsche meine Stimme, also meinen Stimmapparat. Es macht mich glücklich, wenn ich mit Freunden auf der Bühne singen kann. Ich bin auf der Opernbühne wie ein Fisch im Wasser. Ich singe leidenschaftlich gern, es ist meine Berufung.

Ich liebe das Tanzen auch. Egal, was ich tanze, es macht unglaublich Spaß. Hip-Hop zum Beispiel hat mich unglaublich befreit. Diese lustigen Bewegungen, der freundliche Tanz, ich hätte nie geglaubt, dass ich mit Leidenschaft Hip-Hop tanzen kann. Aber mit dem Tanzen habe ich ja erst angefangen, und ich kann meinen Körper noch nicht beherrschen. Dann ärgere ich mich, wenn ich viel zu wenig kann und weiß. Aber jetzt lerne ich mit Mitko unglaublich viele Sachen. Ich bin noch im Anfangsstadium, verglichen mit meiner Karriere als Opernsängerin. Aber ich mache beides mit großer Leidenschaft.

Natalia, was war für dich die größte Herausforderung?

Natalia: Ich möchte die Choreografien gut beherrschen. Was Mitko von mir verlangt, kann mein Körper gut umsetzen und in meinem Kopf kann ich das auch gut verwirklichen. Wenn Mitko zufrieden mit mir ist und sagt, dass er stolz auf mich ist, das macht mich glücklich.

Würdest du es noch einmal machen?

Natalia: Ja, sofort, ohne zu überlegen. Ich habe am Anfang sehr lange überlegt. Ich wollte es zwar immer machen, aber ich konnte wegen meiner Verträge nicht aussetzen. Und plötzlich hatte ich Zeit und dann kam der Anruf vom ORF. Ich bin froh, dass ich zugesagt habe. Mein Leben hat sich sehr verändert und auch mein Charakter.

Natalia: „Mitko ist ein perfekter Mann.“

Dimitar: Das stimmt. Ein Teil von Natalia hat sich sehr positiv verändert. Durch das Tanzen lernt man Teamwork und Vertrauen. Beim Paartanz zählt nur das Gemeinsame, jedes Paar ist ein Team. Wenn es Natalia nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut und umgekehrt. Das ist auch das Schöne am Paartanz. Es gibt kein „Ich“ und „Du“.

Natalia: Bei Mitko fühle ich mich sehr geborgen. Mitko trägt mich auf Händen und bei ihm fühle ich mich beschützt. Er ist ein perfekter Mann.

Was nimmst du mit von „Dancing Stars“?

Natalia: Viele Freunde, viele Bekanntschaften, das ist das Wichtigste. Ich habe so fantastische Menschen kennengelernt. Sie bleiben in meinem Leben. Wie Andi Ogris gesagt hat: "Wir werden alle gemeinsam im Himmel Wiener Walzer tanzen.“

Das Gespräch führte Simone Neugebauer, dancingstars.ORF.at

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